Unsere Tagespflege

aktiverleben

 

Pflege- und Krankenversicherung

Pflegebedürftigkeit und Leistungen der Pflegeversicherung
Wer ist pflegebedürftig?

Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person durch eine Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht in der Lage ist, alltägliche Aktivitäten und Verrichtungen selbstständig nachzugehen und deshalb Hilfe zur Bewältigung der daraus resultierenden Defizite benötigt. Das kann hauswirtschaftliche oder pflegerische Unterstützung sein. Diese Unterstützung wird häufig durch Angehörige übernommen, unterstützt durch ambulante Pflegedienste.  

Ziel der Pflege:

Ziel in der häuslichen Altenpflege ist eine stabile Lebensqualität in der häuslichen Umgebung zu erreichen. Da die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter abnehmen, sollen mit der Pflege vorhandene Fähigkeiten  erhalten und verlorengegangene möglichst reaktiviert werden bzw. vorhandene Defizite ausgeglichen werden.Dabei ist es wichtig, dass sich alle an der Pflege Beteiligten einschließlich des Betroffenen koordinieren, damit eine optimale individuelle Versorgung stattfinden kann.

Besteht eine Pflegebedürftigkeit ist es sinnvoll bei der Pflegekasse einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung zu stellen.
Nachdem Sie diesen Antrag bei Ihrer Pflegeversicherung eingereicht haben, werden innerhalb der nächsten Wochen MitarbeiterInnen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bei Ihnen zu einem Begutachtungsbesuch vorbei kommen. Der Besuch wird Ihnen frühzeitig angekündigt, sodass Sie einen Termin absprechen können. Es hat sich bewährt, dass bei dem Begutachtungstermin auch ein Mitarbeiter unseres Pflegedienstes anwesend ist, um zusätzliche Fragen, die die pflegerische Versorgung betreffen, gegenüber dem Mitarbeiter des MDK stellen zu können. Wenn Sie unsere Anwesenheit wünschen, informieren Sie uns bitte frühzeitig über den Begutachtungstermin. Auf der Grundlage dieser Begutachtung werden Sie von ihrer Pflegekasse voraussichtlich in eine Pflegestufe eingruppiert werden.

In welche Pflegestufe werde ich eingeordnet?

Die Entscheidung über Ihre Pflegestufe wird recht bürokratisch getroffen. Es gibt mehrere Faktoren, die darüber entscheiden:Bei der Entscheidung über die Pflegestufe wird sehr viel Wert darauf gelegt, wie viele Minuten Sie täglich pflegerische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Dabei werden vor allem Zeiten anerkannt, die für Körperpflege, Toilettengänge, Kleiden, die Nahrungsaufnahme und die Begleitung zu diesen Tätigkeiten ("Grundpflege") benötigt werden. Darüber hinaus wird noch die Zeit für die notwendige hauswirtschaftliche Hilfe anerkannt.

Hier eine kurze Übersicht:



 Stufe I

Stufe II

Stufe III
insgesamt mindestens

90 min

180 min

300 min
davon für die Grundpflege min.

46 min

120 min

240 min


Strittig ist oft die "voraussichtliche Dauer".
Der § 14 des Sozialgesetzbuches (SGB) XI legt fest, dass die Pflegekassen nur zahlen dürfen, wenn absehbar ist, dass für länger als sechs Monate Pflegebedarf besteht.

Krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen

Neben den grundpflegerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen, die Ihre Pflegekasse bis zur Budgetgrenze finanziert, gibt es auch noch andere pflegerische Tätigkeiten, die notwendig werden, wenn Sie z. B. regelmäßig Medikamente einnehmen oder Kompressionsstrümpfe anziehen müssen. Diese werden durch Ihren Hausarzt verordnet. Können Sie diese behandlungspflegerischen Tätigkeiten nicht selber durchführen und wohnen Sie auch mit keinem Angehörigen zusammen, der dies kann, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf häusliche Krankenpflege durch einen professionellen Pflegedienst. Dafür haben Sie jahrelang in Ihre gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt.  

Welche krankheitsspezifischen Pflegemaßnahmen kann ich berücksichtigen lassen?

Die Begutachtungsrichtlinien zählen alle Tätigkeiten auf, die unter dem Begriff der krankheitsspezifischen Pflegemaßnahmen bei der Einstufung zeitlich berücksichtigt werden können. Diese sind beispielsweise:

  • im Zusammenhang mit der Darm- und Blasenentleerung: die Verabreichung eines Klistiers, eines Einlaufs oder die Einmalkatheterisierung

  • im Zusammenhang mit der Aufnahme der Nahrung: das Wechseln der Sprechkanüle gegen eine Dauerkanüle oder das notwendige Absaugen

  • im Zusammenhang mit dem Aufstehen und Zubettgehen: Maßnahmen zur Sekretelimination bei Mukoviszidose

  • im Zusammenhang mit dem An- und Auskleiden: das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ab Kompressionsklasse 2

  • im Zusammenhang mit dem Duschen, Baden oder Waschen: ein aufgrund einer Hauterkrankung notwendiges Einreiben mit Dermatika

  • im Zusammenhang mit dem Waschen/Duschen oder Baden: eine Schmerzmedikation als Einzelgabe oder eine oro/trachiale Sekretabsaugung


Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes, die zu Ihnen nach Hause oder ins Krankenhaus kommen, werden sämtliche bei Ihnen zutreffenden krankheitsspezifischen Pflegemaßnahmen im Begutachtungsbericht zeitlich berücksichtigen und gesondert detailliert aufführen.

Das Pflegetagebuch

Wir haben Ihnen zu dieser Patienteninformation ein so genanntes "Pflegetagebuch" (im Downloadbereich) beigefügt. Wie wir bereits erwähnten, wird bei der Entscheidung über die Pflegestufe sehr viel Wert darauf gelegt, wie viele Minuten Sie täglich pflegerische Hilfen in Anspruch nehmen müssen. Dabei ist jede Minute wichtig.
Ihr individueller Hilfebedarf ist oftmals bis zu einem gewissen Grad tagesformabhängig. Da die Begutachter vom MDK im Rahmen ihres Besuches aber nur eine Momentaufnahme von Ihrem Hilfebedarf erhalten, ist es sinnvoll, ein „Pflegetagebuch“ über mehrere Tage zu führen. In ihm werden alle notwendigen pflegerischen Hilfestellungen in Minutenwerten eingetragen und den MDK-Mitarbeitern am Begutachtungstermin vorgelegt. Wir erklären Ihnen gerne in Ruhe den Umgang mit dem Pflegetagebuch und helfen Ihnen beim Ausfüllen.

Sicher haben Sie noch einige Fragen. Sprechen Sie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Wir nehmen Ihre Anfragen unter der Telefonnummer 0221 / 9742333  auch gerne telefonisch entgegen.

Welche Leistungen können Sie nach der Einstufung erhalten?

Pflegegeld

Pflegebedürftige, die ihre Pflege in geeigneter Form selbst sicherstellen (z.B. durch Angehörige oder Nachbarn, Freunde), können sich für die monatliche Zahlung eines Pflegegeldes entscheiden.

Im Rahmen dieser Leistung sieht der Gesetzgeber vor, in regelmäßigen Abständen (Pflegestufe I+II 2*jährlich; Pflegestufe III 4*jährlich) einen Beratungseinsatz durch einen Vertragspartner der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen.

Als Beitrag zur Qualitätssicherung der häuslichen Pflege sollen damit durch Beratung und Hilfestellung auf eine Entlastung der Pflegeperson hingewirkt und mögliche Pflegefehler rechtzeitig erkannt werden.
Die Kosten für diese Maßnahme übernimmt die Pflegekasse.

Das Pflegegeld und die Häufigkeit der abzurufenden Pflegeeinsätze sind entsprechend dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt:

Stufe 1 – 225,00 Euro
Stufe 2 – 430,00 Euro
Stufe 3 – 685,00 Euro

Sachleistungen

Die Pflegesachleistung erhalten Pflegebedürftige, die im eigenen Haushalt oder im Haushalt, in den sie aufgenommen worden sind, gepflegt werden.

Sie wird erbracht von zugelassenen Pflegediensten, die Vertragspartner der Pflegekasse sind und umfasst Hilfestellung in den Bereichen Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftliche Versorgung.

Auf diese Weise wird es vielen Versicherten ermöglicht, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.
Ein zugelassener Pflegedienst kann den Pflegekasse monatlich maximal folgende Beträge in Rechnung stellen :

Stufe 1 –   440,00 Euro
Stufe 2 – 1040,00 Euro
Stufe 3 – 1510,00 Euro

Wenn in besonders gelagerten Einzelfällen ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vorliegt, der das Maß der Pflegestufe III weit übersteigt, kann der Leistungsanspruch bis auf 1.918,00 EUR monatlich ausgedehnt werden. 

Kombinationspflege

Immer wenn eine Kombination aus privaten Pflegekräften (z. B. eine Angehörige oder ein Nachbar, Freunde) sowie einem Vertragspartner der Pflegekassen (z. B. amb. Pflegedienst) in der Versorgung besteht, sollte eine Kombinationsleistung beantragt werden.
Falls der monatliche Höchstbetrag für die Pflegesachleistung nicht ausgeschöpft wird, wird dann das Pflegegeld anteilig ausgezahlt.
Wie sich das Pflegegeld errechnet entnehmen Sie der Tabelle im Downloadbereich.